Natürliche Haus-
mittel gegen Bauchschmerzen
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Dr. oec. troph. Verena Fingerling

Inhaltsverzeichnis
Kennst du das? Der Bauch drückt, fühlt sich aufgebläht an und plötzlich ist der ganze Tag im Eimer.
Die gute Nachricht: Oft braucht es keine Chemie, sondern einfache Dinge, die schon unsere Großeltern kannten. Wärme, ein beruhigender Tee oder ein kleiner Spaziergang können echte Wunder wirken.
In diesem Artikel erfährst du, welches natürliche Hausmittel gegen Bauchschmerzen besonders effektiv ist, welche Mittel sich seit Generationen bewährt haben, warum sie helfen und wann es Zeit ist, genauer hinzuschauen.
Kräutertee
Ein echter Klassiker und Fast-Alles-Könner ist der Tee. Kräuter wie Fenchel, Kamille und Pfefferminze gehören zu den ältesten Heilpflanzen in der europäischen Hausmedizin. Kamille beruhigt einen gereizten Magen, Pfefferminze lindert krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, und Fenchel hilft gegen Blähungen.
Häufig werden Fenchel, Anis und Kümmel kombiniert, diese Mischung gilt als besonders wirksam gegen Blähungen, weil sie die Verdauung anregt und Krämpfe löst. Dabei ergänzen sich die enthaltenen ätherischen Öle gegenseitig: Während Fenchel und Anis Blähungen lindern, fördert Kümmel die Beweglichkeit des Magen-Darm-Trakts und fördert so die Verdauung.
Das heiße Wasser löst die ätherischen Öle in Fenchel, Anis und Kümmel besonders gut, sodass sie noch besser verfügbar werden als beim bloßen Essen dieser Zutaten. Im Tee ist dabei die Konzentration der ätherischen Öle noch höher als zum Beispiel beim Würzen von Speisen, da er mit ganzen Samen aufgegossen wird.
Neben der eigentlichen Wirkung, steigert der Duft zusätzlich das Wohlbefinden: der Duft von Fenchel wirkt mild und süßlich, Pfefferminze erfrischend. Viele empfinden die Wärme und das Aroma als beruhigend, gerade nach üppigen Mahlzeiten oder in stressigen Momenten.
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Wärmflasche oder Kirschkernkissen
Auch äußerlich angewendete Wärme lockert die Bauchmuskulatur und kann krampfartige Schmerzen lindern. Sie fördert die Durchblutung und vermittelt ein Gefühl von Entspannung, wenn der Bauch sich hart anfühlt.
Zwischen Wärmflasche und Kirschkernkissen gibt es Unterschiede, die sich in der Anwendung bemerkbar machen: Die Wärmflasche liefert sofort intensive Wärme und ist damit geeignet, wenn schnelle Linderung gefragt ist.
Ein Kirschkernkissen gibt die Wärme langsamer und gleichmäßiger ab, speichert sie länger und passt sich durch seine flexible Form gut an den Bauch an. Viele schätzen diese sanftere Wärme als angenehmer, gerade bei länger anhaltenden Beschwerden.
Bewegung und sanfte Massagen
Sanfte Bauchmassagen können die Darmtätigkeit anregen und Blähungen lindern. Dabei wird meist im Uhrzeigersinn massiert, entlang des natürlichen Verlaufs des Dickdarms. Diese Technik wird traditionell genutzt, um die Passage von Gasen und Stuhl zu erleichtern und Völlegefühl zu reduzieren.
Leichte Bewegung wie ein Spaziergang nach dem Essen unterstützt zusätzlich den natürlichen Rhythmus des Darms. Schon wenige Minuten reichen oft aus, um die Verdauung in Gang zu bringen.

Wenn der Bauch spannt und du dich aufgebläht fühlst, kannst du versuchen deine Beschwerden durch eine Bauchmassage zu lindern.
Kurzfristiger Verzicht auf aufblähende Lebensmittel und Getränke
Bei akuten Blähungen oder Bauchschmerzen kann es helfen, Lebensmittel zu meiden, die erfahrungsgemäß stark zur Gasbildung beitragen. Dazu gehören vor allem Zwiebeln, Kohlarten wie Weiß- oder Rosenkohl sowie Hülsenfrüchte. Diese enthalten schwer verdauliche Ballaststoffe und bestimmte Zuckerarten, die im Darm durch Bakterien vergoren werden. Dabei entstehen Gase, die das Völlegefühl verstärken können.
Auch kohlensäurehaltige Getränke wie Mineralwasser oder Softdrinks können bei Blähungen ungünstig sein, weil sich das enthaltene Gas im Verdauungstrakt ausdehnt.
Ein kurzfristiger Verzicht entlastet den Verdauungstrakt, ohne die Ernährung dauerhaft einzuschränken. Sobald die Beschwerden abgeklungen sind, können diese Lebensmittel wieder in kleinen Mengen eingebaut werden, um die Ballaststoffversorgung sicherzustellen.
Geriebener Apfel und Salzstangen
Geriebener Apfel gilt als klassisches Hausmittel bei Durchfall. Der Grund ist das enthaltene Pektin, ein löslicher Ballaststoff, der Wasser bindet und den Stuhl festigen kann. Damit sich das Pektin entfaltet, wird der Apfel fein gerieben und kurz stehen gelassen. Säuerliche Sorten wie Boskoop oder Elstar enthalten besonders viel davon.
Salzstangen liefern Natrium, einen Mineralstoff, der bei Durchfall schnell verloren geht. Ihr hoher Salzgehalt kann helfen, den Elektrolytverlust teilweise auszugleichen. Sie sind leicht verträglich und werden oft gewählt, weil sie den Magen nicht zusätzlich belasten.
In Kombination mit ausreichender Flüssigkeit, Wasser, oder Kräutertee, können sie eine einfache erste Maßnahme sein, bis der Mineralstoffhaushalt wieder stabilisiert ist.

Ein wirklicher Dauerbrenner und stets die Nr. 1 Empfehlung von Mama sind Salzstangen.
Getrocknete Blaubeeren
Schon Hildegard von Bingen wusste um die Heilwirkung der Blaubeere bei leichtem Durchfall: Die enthaltenen Gerbstoffe ziehen die Darmschleimhaut zusammen. Dadurch sinkt nicht nur die Flüssigkeitsabgabe in den Darm, auch das Eindringen von Erregern wird gehemmt, die Verdauung kann sich beruhigen.
Erhältlich sind getrocknete Blaubeeren zum Beispiel im Reformhaus. Du kannst die Trockenfrüchte entweder langsam kauen oder zu einem Tee aufkochen.
Aber Achtung, ein Blaubeertee aus dem Supermarkt-Regal ist meist ein aromatisierter Früchtetee mit nur Spuren von Blaubeeren und eignet sich daher nicht für die adstringierende Wirkung.
Grenzen der Hausmittel
Hausmittel können Beschwerden kurzfristig lindern, sie ersetzen aber keine Ursachenklärung. Wenn Bauchschmerzen oder Blähungen immer wieder auftreten, lohnt sich eine genauere Abklärung. Dahinter können zum Beispiel Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder andere Verdauungsprobleme stecken.
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